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Knapp daneben…

Sag ich ja. Ich tippe nicht wirklich gut beim ESC.

Okay, mit Griechenland und der Ukraine lag ich nicht schlecht, aber Russland hätte ich nie ganz vorne gesehen, dazu war mir der Song zu nichtssagend und vorhersehbar. Aber schließlich ist der Song weit besser als das, was die vergangenen Jahre gewonnen hat, und das ist ja auch schon mal was.

Viel schlimmer ist natürlich das Abschneiden der No Angels. Aber ganz ehrlich: rückblickend muss ich sagen, dass der Sound wohl doch so schlecht war, wie ich ihn auch gehört habe, und so hat wohl auch der ganze Rest von Europa eine suboptimale Performance der Mädels gesehen. Schade, aber nicht mehr zu ändern.

Naja, es kann ja jetzt eigentlich nur besser werden…

So, ich sitze auch mal wieder vor dem Fernseher und verfolge den … äh… also ich nenne die Veranstaltung ja immer noch sehr gerne “Grand Prix Eurovision de la Chanson”. Und ich übe jetzt einfach mal, meine Gedanken möglichst spontan niederzuschreiben und dann ungefiltert zu veröffentlichen. Mal sehen was das wird…

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Rumänien fängt an. Wow, der Mann hat eine tolle Stimme – nicht verwunderlich, Peter Urban sagt gerade, er ist ausgebildeter Opernsänger. Na dann. Der Song ist okay; nicht großartig, aber hörbar.

Oh, schau mal – England ist auch dabei. Dann muss das eine andere Veranstaltung in diesem Jahr gewesen sein, bei der sie nicht… aber das ist ja auch egal. Der Song ist unspektakulär gut, leichte Kost, aber mal wieder was Vernünftiges von der Insel. Könnte ich mir auf den vorderen Plätzen vorstellen.

“Mein Lieblingsschaf hat sich in den Bergen verirrt, und mein Liebster ist gegangen, um es zu suchen, und nun weht von den Bergen ein eisiger Wind den Schnee herab – ich werde beide wohl nie wiedersehen.” So oder ähnlich wird der Text des Liedes wohl lauten, den die Albanerin da ins Mikro jammert. Sowas ist ja so gar nicht meins.

Hallo, No Angels. Okay, hier bin ich parteiisch, klar, aber ich finde wirklich, dass sich der Song in diesem internationalen Vergleich nicht verstecken muss. Ich bin etwas irritiert vom Klang; ich habe stark den Eindruck, dass das im Radio weit besser klingt, aber selbst so klingt es immer noch gut.

Flotte Sängerin, relativ flotter Song, wohldosierter Einsatz von Ethno-Elementen… So schlecht ist das gar nicht, was da aus Armenien kommt. Und optisch auch ganz nett. ;)

Bosnien und Herzegowina – was soll man denn dazu sagen? Die Performance ist eher verstörend. Aber wenn man die Augen schließt, bleibt da ein interessanter Song, der sich in seinem Verlauf verwandelt und am Ende richtig schmissig wird. Gar nicht schlecht.

Israel leiert. Nein, Peter, ich verstehe nicht, warum man diesen Typ “Nachtigall” nennt; es sei denn, Nachtigallen sind in Israel muskelbepackte, langweilige Vögel mit leiernder Stimme.

Finnland bringt Heavy Metal, sagt Peter. Ich… äh… ja. Die Nachfolger von Dschingis Khan sollen das sein? Heavy soll das sein? Meine Güte ist das schlecht. Da fand ich Lordi weit besser, weil authentischer.

Oh Gott, holt doch bitte den Greis dort von der Bühne! Für Kroatien sitzt dort einer von diesen alten Männern, die sonst an Straßen mit Halteverbot am offenen Fenster sitzen, auf der Bühne und pöbelt das Publikum an. Wie? Das soll so? Der gehört dazu? Zagreb Sozial Club, oder was? Hoffen die auf den “Respekt-vor-dem Alter”-Bonus? Der Song ist ziemlich nichtssagend.

Polen schickt einen blauen Engel mit langen blonden Haaren. Gesamturteil: langweilig.

Der Typ aus Island ist leider immer bei den Castings für die isländischen Boygroups rausgeflogen. Deshalb hat man ihn jetzt zum Eurovision Song Contest geschickt. Aber offensichtlich ist es ihm gelungen, eine sehr attraktive junge Isländerin zu entführen – deshalb wird er wohl auch wieder zurück kommen dürfen, trotz dieses Songs, dieses Outfits und dieser Performance…

Bei den Türken habe ich ja wieder Ethnobeat erwartet, aber nix da – ein richtiger Rocksong. Gradliniger, echter Rock ohne Schnickschnack, und trotzdem auf türkisch. Gar nicht so übel.

Ich weiß, das ist böse… aber was kann ich dafür, dass ich bei der Figur und der Haarfarbe der portugiesischen Sängerin spontan sofort “Plum from Madeira” denken mußte? Das ist nicht nett von mir, zumal sie offensichtlich ein sehr, sehr (sehr!) schweres Leben hatte, wenn ich ihr Lied richtig deute…

Lettland schickt ein paar lustig kostümierte Piraten auf die Bühne. Noch ein Dschingis-Khan-Dejá-Vu. Wenig Text, und den auch noch auf Englisch – da versteht man das ja leider auch noch. Nee, Leute, das ist nix, sorry.

Schweden kommt. Ein Favorit, wie ich hörte. Ah. Jetzt frage ich mich nur noch warum. Der Song ist bestenfalls Mittelmaß, und die Dame auf der Bühne… kaum Augen, aber viel Stirn. Wenn die jetzt noch ein paar Rippel in der Haut hätte, wäre ich SICHER, dass sie eine Klingonin ist. (Jetzt vermute ich das nur.)

Wir bleiben in Skandinavien. Dänemark. Okay, der Typ sieht aus wie ein Italiener, der auf Roger Cicero macht (also jetzt vom Outfit her). Ein typischer Däne also. ;) Der Song ist okay, könnte aber irgendwie mehr Pepp vertragen. Aber das liegt vermutlich im Ohr der Hörers, sozusagen.

Als ich nur Gesicht und Schultern der georgischen Interpretin sah, habe ich erwartet, dass im nächsten Moment “Moon River” ertönen würde. Audrey Hepburn lebt? Aber nein, der Rest vom Dress ist dann doch… äh… anders. Und der Song ebenso weit weg davon so ein Klassiker zu werden.

Die Ukraine überrascht mich. Ich finde den Song zwar nicht großartig, aber durchaus massentauglich, und die Optik der Künstlerin und des Ensembles ist absolut okay für mich – das ist nett anzusehen.

Ganz im Gegensatz zu ihrem französischen Kollegen. Der hat gestern noch unter einer Brücke an der Seine geschlafen und singt heute für einen Jahresvorrat billigen Rotweins einen nichtssagenden Song. Herrje, ich fand Frankreich auch früher selten gut, aber da haben die wenigstens noch konsequent französische Chansons ins Finale geschickt.

Aserbeidschan macht mir Angst. Wahrscheinlich verstehe ich das alles gar nicht und bin sowieso ein Kretin, aber Performance und Song stoßen mich nur ab. So wird das nix, finde ich.

Guck mal, Britney Spears auf griechisch. Sie heißt so wie die Leute, die in der Firma immer die Heizkörperabrechnungsanzeigedinger ablesen. Aber optisch ist das eine Augenweide, musikalisch ist der Song wahrscheinlich sogar hitfähig. Ich glaube, ich habe einen Favoriten gesehen.

Seine Gitarre ist so groß wie sein Verstand, vermute ich. Und die Musik, die er diesem Instrument entlocken könnte (oder eben auch nicht) könnte die Qualität seiner Darbietung noch steigern. Eine Parodie soll das sein, und der spanische Künstler ein Komiker. Sorry, Leute, aber das ist keine Entschuldigung.

“Der Song heißt ‘Oro’ nach einem Tanz, mit dem traditionell der verstorbene Bräutigam verabschiedet wird.” Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen. Serbien schickt ein sehr getragenes Bombast-Stück ins Rennen. Dass ich das weit besser finde als den Quatsch, mit dem sie letztes Jahr gewonnen haben, ist wahrscheinlich schon ein sehr schlechtes Omen für den Song.

Die Geige glü¼ht, die Knöpfe fliegen, und irgend so ein Typ hampelt auf Schlittschuhen – das ist ja nun wirklich mal innovativ! – um die beiden rum. Pathos und Bombast verschwurbeln sich zu einem seichten Popsong. Nicht doll, aber wahrscheinlich auch nicht das schlechteste, was es heute zu sehen gab. Die Schlittschuh-Nummer fand ich cool.

Norwegen ist auch nett anzusehen. Ein sehr freundliches Gesicht, tolle Haare, hübsches Kleid. Die Choreographie wirkt dafür leider etwas dilettantisch, damit passt sie aber wieder zum Song. ;)

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So weit, so gut. Wenn ich jetzt einen Tipp abgeben sollte: Griechenland sehe ich vorne, England räume ich Chancen ein, die Ukraine ist auch nicht schlecht dabei. Den deutschen Beitrag finde ich auch ganz okay, und irgendwie fände ich es klasse, wenn Bosnien & Herzegowina vorne mit dabei wären. Aber was weiß ich schon – ich habe seit den Olsen Brothers im Jahr… 2000 war das, glaube ich… nicht mehr richtig gelegen.

9fingersfortibet

Logo der action \Okay, ich bin wahrscheinlich wieder einer der letzten, die das mitkriegen. Aber ich finde diese Aktion sehr durchdacht, sehr gelungen und in jedem Fall unterstützenswert.

Klar, wir werden nicht alle zu den Olympischen Spielen nach Peking fahren, aber wir können die Aktion verbreiten und damit so sicher wie möglich stellen, dass diejenigen, die fahren, sie auch mitbekommen.

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Ich bestelle gern bei Amazon, und ich finde die ganzen Features, die Amazon bietet, schon ziemlich klasse. Die ganzen Vorschläge, kürzlich angesehene Artikel, Wunsch- und Lieblingslisten, Rezensionen und Kommentare… Auch die Funktion ‘Search Inside’ finde ich grundsätzlich sehr gelungen, bietet sie Search inside…doch Gelegenheit, Bücher anzulesen und erst dann zu kaufen (oder eben nicht…).

Natürlich müssen Bücher, für die diese Funktion geboten wird, auch entsprechend gekennzeichnet sein. In diesem Fall (klick das Bild) ging das wohl ein bißchen daneben… Aber lustig ist’s schon, oder? ;)

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[1] Hatte ich schon einmal erwähnt, dass ich total auf Alliterationen [2] stehe?
[2] Wobei… ist die Überschrift nicht schon fast ein Tautogramm?

Unschärferelation, politisch

Ich hab’ da eine Theorie… Wenn ich mir so die Ergebnisse der Landtagswahlen von heute abend ansehe, und ein bißchen zurück blicke, und zu Seite… dann glaube ich zu wissen, was der SPD fehlt. Ein klares, deutlich wahrnehmbares, scharf umrissenes Profil.

Zumindest zum Teil. Erfolgreiche Politiker haben klare Profile. Und das meine ich ganz wörtlich: man kann sie klar erkennen, wenn man ihr Gesicht von der Seite, also ‘im Profil’, betrachtet. Aber bei der SPD, da gibt es viel zu viele Leute mit Oberlippen- und Kinn-Antialiasing.

Muss ich noch deutlicher werden? Ganz aktuell: Jüttner, mit Bart, hat in Niedersachsen gegen den bartlosen Wolff deutlich verloren. In Hessen hat Frau Ypsilanti, ohne Bart, einen deutlichen Erfolg einfahren können. Im Rückblick: Rudolf Scharping als Kanzlerkandidat mit Bart: desaströs. Gerhard Schröder, bartlos, ist Kanzler geworden [1]. Peter Struck, Bartträger, war mal Verteidigungsminister und ist jetzt einfach nur noch wech vom Fenster; Frank-Walter Steinmeier ist glattrasiert vom niedersächsischen Staatssekretär ziemlich straight zu einem weltweit respektierten Außenminister durchgestartet.

Weiteres Negativbeispiel: Wolfgang Thierse; ohne Worte. Und leider – und das ist aus meiner Sicht zur Zeit das größte Manko der SPD – brauche ich wohl auch kein Wort mehr über Kurt Beck und dessen Profil verlieren…

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[1] Ich hatte übrigens auch den Eindruck, dass Angela Merkels Umfrageergebnisse deutlich besser wurden, nachdem der Typberater ihren Damenbart… äh… aber da kann ich mich auch täuschen!

Offiziell alt

Offiziell alt ist man, wenn man aus der letzten Staffel von “Ich bin ein Star! Holt mich hier raus!” bei einigen Namen erst einen Augenblick nachdenken musste, andere Namen aber sofort präsent waren.

Bata Illic kannte ich, sein “Michaela” klang mir schon bei Nennung seines Namens in den Ohren (und ich kannte mindestens 75% des Textes…). Björn Hergen Schimpf hatte mich anno 1985 auf den ersten Schritten in das Privatfernsehen begleitet, Eike Immel war mir als Nicht-Fan dennoch als (National-) Torhüter bekannt, und Michaela Schaffrath… äh… naja, kannte ich eben auch irgendwoher.

Die falsche, weil nicht-hippe Hälfte der Gruppe… :(

Wort des Tages

Gefunden bei Nico Lumma im Lummaland: “clementisieren”. Hat mir ein breites Grinsen auf das Gesicht gezaubert. Zum einen, weil ich so eine kreative Begriffsschöpfung einfach großartig finde. Zum anderen, weil ich es verstanden habe (und dementsprechend witzig fand).

Und nicht zuletzt auch weil ich weiß, dass es eine Menge Leute eben nicht verstehen wird (bzw. würde; jene Leute lesen auch das Weblog von Herrn Lumma nicht). Aber diesmal habe ich mich eben nicht über die allgemein um sich greifende galloppierende Ignoranz aufgeregt (das hole ich bei Gelegenheit an dieser Stelle gern nach…), sondern bei der Vorstellung der verständnislosen Gesichter einfach nur geschmunzelt.

Es ist Wochenende, da darf ich das.

Anspruch und Wirklichkeit

Steil und steinigIch hätte ehrlich nicht gedacht, dass es so schwer sein würde, wieder unbeschwert zu schreiben. Ich kämpfe mit meinem eigenen Anspruch. Ich will ja nicht nur etwas aufschreiben, ich möchte ja etwas aussagen. Seit Wochen, ach, was sag’ ich, seit Monaten sitze ich mir sozusagen selbst im Weg. Meine eigenen Ansprüche an meine Beiträge sind derart hoch, dass ich letztlich gar nichts veröffentliche.

Aktuell sollen sie sein, möglichst witzig, ausgefallen, einzigartig, interessant… In einem Jahr ein Beitrag bei ‘mindestens haltbar’, in drei Jahren den Grimme-Online- und in fünf Jahren den Pulitzer-Preis. Also mindestens.

Und so fange ich an, verwerfe, redigiere, streiche, ergänze, schreibe um und gebe letztlich entnervt auf. Die Wirklichkeit kann mit dem Anspruch einfach nicht mithalten; die Klippe, die vor mir liegt, scheint nahezu unüberwindlich. Aber so kann das ja nun auch nicht weitergehen. Also werde ich alle Ansprüche über Bord werfen, ausser einem einzigen: ich will wieder regelmäßiger schreiben.

Bitte zwickt mich, wenn es zu schlimm wird, okay? ;)

In unserer losen Reihe ‘Paradox ist…’ heute: Babynahrung.

Paradox ist, wenn der Ananas-Birne-Früchtebrei von Alete bei meiner Tochter gerade unheimlich Hipp ist.

The Pirate Guys, höchstpersönlich…Nur mal so nebenbei bemerkt: heute ist, wie jedes Jahr am 19. September, der Internationale Talk Like A Pirate Day. Entweder dort alles zur Geschichte nachlesen [1] oder gleich die Kolumne von Dave Berry lesen, dort ist die Geschichte sehr schön komprimiert (und sehr unterhaltsam) aufgezeichnet.

Ihr braucht praktische Beispiele? YouTube sei Dank: The Five A’s, The Pirate Song, und für die direkte Umsetzung im Büroalltag: Talk Like A Pirate Phone Etiquette.

Avast, me hearties!

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[1] Es gibt auch eine Extra-Seite von und für deutsche Piraten. :)

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